Cognos Analytics 12.1.3 vs. Power BI: Was Anwender vor einem Wechsel prüfen sollten – und warum alte Vergleiche nicht reichen

Cognos Analytics 12.1.3 vs. Power BI: Was Anwender vor einem Wechsel prüfen sollten – und warum alte Vergleiche nicht reichen

Warum moderne BI-Entscheidungen mehr brauchen als schnelle Dashboard-Demos: Ein aktueller Vergleich von Cognos Analytics 12.1.3 und Power BI mit Blick auf AI, Datenmodelle, Würfel, Reporting, Governance, Kosten und Enterprise-Betrieb.

Viele Unternehmen stehen aktuell vor der Frage: Bleiben wir bei IBM Cognos Analytics oder wechseln wir zu Power BI?

Diese Frage ist absolut berechtigt. Power BI ist stark, modern, weit verbreitet und im Microsoft-Umfeld sehr präsent. Gerade schnelle Dashboard-Prototypen, Self-Service-Visualisierungen und die Integration in Microsoft 365 sind klare Stärken.

Das sollte man auch nicht kleinreden. Power BI hat echte Stärken: der schnelle Einstieg, die Microsoft-365-Nähe, die große Community, die einfache Verteilung im Microsoft-Ökosystem und die hohe Akzeptanz bei Fachanwendern. Gerade für schnelle Visualisierungen und dezentrale Self-Service-Szenarien ist Power BI häufig sehr attraktiv.

Aber genau hier beginnt auch das Problem vieler Vergleiche im Internet: Sie vergleichen häufig ein modernes Power BI mit einem alten Cognos-Bild.

Und dieses Bild stimmt heute nicht mehr.

Abgrenzung: Vergleiche zwischen Power BI und IBM Cognos Analytics müssen aufgrund der rasanten Weiterentwicklung zwingend mit der aktuellen Cognos-Version geführt werden. Vergleiche auf Basis von Cognos 10, Cognos 11 oder frühen 11.2-Versionen sind für eine aktuelle Architekturentscheidung nur noch sehr eingeschränkt relevant.

Mit IBM Cognos Analytics 12.1.3 hat sich die Plattform deutlich weiterentwickelt. Cognos ist heute nicht mehr nur das klassische Werkzeug für Reporting, Framework Manager und Bursting. Cognos Analytics 12.1.3 ist eine moderne Enterprise-Analytics-Plattform mit Dashboards, Data Modules, Datasets, AI Agents, Jupyter Notebooks, Office-Integration, Source Control, MCP-Unterstützung, Container-Betrieb und weiterhin sehr starken Enterprise-Reporting-Funktionen.

Der Unterschied liegt nicht in einem einzelnen Feature. Der Unterschied liegt in der Kombination. Cognos Analytics 12.1.3 verbindet Reporting, Dashboards, Datenmodelle, Datasets, AI Agents, Jupyter, Office-Integration, Source Control, APIs, MCP, Mobile, Scheduling, Bursting und Governance in einer integrierten Enterprise-Analytics-Plattform.


Der provokante Punkt: Fast alles, was man online an Vergleichen findet, ist veraltet

Das klingt hart, ist aber aus meiner Sicht der Kern des Problems.

Viele Vergleiche zwischen Cognos und Power BI basieren noch auf einer alten Rollenverteilung:

  • Power BI ist modern, schnell, bunt und gut für Dashboards.
  • Cognos ist klassisch, stark im Reporting, aber schwach im Dashboarding.

Diese Einordnung war früher nicht völlig falsch. Cognos war lange besonders stark bei Enterprise Reporting, zentraler Modellierung, Datenwürfeln, Scheduling, Bursting und Governance. Im Dashboarding war Power BI lange deutlich attraktiver und schneller wahrgenommen.

Aber mit den aktuellen Versionen stimmt diese einfache Einordnung nicht mehr. Cognos hat die frühere Dashboard-Lücke stark geschlossen. In bestimmten Enterprise-Szenarien hat Cognos Power BI sogar überholt, weil moderne Dashboard-Funktionen nun mit Reporting, Datenwürfeln, zentraler Modellierung, AI, Jupyter, Governance und professionellem Deployment in einer Plattform zusammenkommen.

Wer heute nur auf bunte Marketingfolien, schnelle Dashboard-Demos oder kostenlose Desktop-Installationen schaut, übersieht schnell die eigentlichen Fragen:

  • Wer definiert die Kennzahlen?
  • Wer garantiert, dass alle Anwender dieselben Zahlen sehen?
  • Wie werden Berechtigungen umgesetzt?
  • Wie werden Berichte versioniert und freigegeben?
  • Wie werden Monatsberichte, PDF-Ausgaben und Excel-Exporte erzeugt?
  • Wie werden Datenwürfel, Planung und Forecasting eingebunden?
  • Wie werden AI-Funktionen geregelt und abgesichert?
  • Wie viel kostet der produktive Enterprise-Betrieb wirklich?

Eine gute Dashboard-Demo ersetzt keine belastbare BI-Architekturentscheidung.

Power BI gewinnt oft den schnellen Prototypenvergleich. Cognos gewinnt häufig den Enterprise-Betriebsvergleich.

Vertrautheit ist nicht gleich Vollständigkeit

Ein wichtiger Punkt wird in vielen Gesprächen unterschätzt: Vertrautheit ist nicht gleich Vollständigkeit.

Power BI profitiert stark davon, dass viele Anwender ohnehin täglich mit Microsoft Office, Excel, Teams und PowerPoint arbeiten. Die Oberfläche wirkt vertraut, der Einstieg ist niedrig und erste Dashboards sind schnell erstellt.

Aber daraus folgt nicht automatisch, dass Power BI für jede Enterprise-BI-Anforderung die vollständigere Plattform ist. Eine vertraute Oberfläche ersetzt keine zentrale Modellierung, keine einheitlichen Kennzahlen, keine ausgereifte Berichtsverteilung, kein Pixel Perfect Reporting, keine Datenwürfelstrategie, keine Governance und kein belastbares Deployment-Konzept.

Gerade bei einem möglichen Wechsel von Cognos zu Power BI sollte deshalb nicht nur gefragt werden: Wie schnell kann ein Anwender ein Dashboard bauen? Die wichtigere Frage lautet: Kann die neue Plattform die gesamte produktive BI-Landschaft zuverlässig, sicher und langfristig tragen?


Früher war Cognos im Dashboarding schwächer – heute nicht mehr

Ein zentraler Punkt in jedem aktuellen Vergleich ist die Entwicklung des Dashboardings.

Ja, früher war Cognos im Dashboarding nicht auf dem Niveau von Power BI. Power BI war für viele Anwender schneller, visueller und einfacher zu bedienen. Cognos wurde dagegen häufig als Reporting-Plattform wahrgenommen.

Mit Cognos Analytics 12.x und insbesondere 12.1.3 hat sich das deutlich verändert.

Moderne Cognos-Dashboards bieten heute Funktionen, die im Vergleich unbedingt berücksichtigt werden müssen:

  • Dashboard Views
  • Widget Sets
  • Parametersteuerung
  • Selection Router
  • Brushing
  • responsive Layouts
  • personalisierte Sichten
  • gespeicherte Analysezustände
  • globale und lokale Filterlogik
  • Drill-down und Drill-up
  • Custom Visualizations
  • Nutzung zentraler Data Modules und Datasets

Besonders wichtig sind Dashboard Views. Anwender können persönliche oder fachliche Sichten auf ein Dashboard speichern. Filter, Brushing-Zustände und Bookmarks bleiben erhalten. Damit muss nicht für jede Zielgruppe eine eigene Dashboard-Kopie gebaut werden.

Der Selection Router ist ebenfalls ein wichtiger Fortschritt. Damit können Visualisierungen und andere Dashboard-Widgets Parameterwerte steuern. Ein Klick auf ein Widget kann also andere Inhalte beeinflussen. Dashboards werden dadurch stärker zu geführten Analyseanwendungen.

Das ist ein entscheidender Unterschied: Cognos bietet heute nicht nur Diagramme auf einer Dashboard-Seite, sondern zunehmend interaktive, steuerbare und personalisierte Analyseoberflächen.

Power BI bleibt stark im schnellen Dashboarding. Aber Cognos hat stark aufgeholt – und kann in Enterprise-Szenarien durch die Kombination aus Dashboarding, Reporting, zentraler Modellierung, Governance und AI sogar die stärkere Plattform sein.

Performance: Moderne Datasets machen Dashboards extrem schnell

Ein weiterer Punkt, der in alten Cognos-Vergleichen häufig fehlt, ist die Performance moderner Dashboards.

Früher wurde Cognos im Dashboarding oft als weniger schnell und weniger interaktiv wahrgenommen als Power BI. Diese Einschätzung stammt häufig aus älteren Versionen und passt nicht mehr zu aktuellen Cognos-Architekturen.

Mit Datasets, optimierter Speicherung und modernen Dashboard-Mechanismen können Cognos-Dashboards heute sehr schnell reagieren. Besonders dann, wenn Daten gezielt vorbereitet, aggregiert und als Dataset bereitgestellt werden, sind Antwortzeiten im Projektalltag oft extrem niedrig.

IBM dokumentiert, dass hochgeladene Dateien und Datasets in Cognos Analytics entweder als Parquet-Dateien oder in einem für analytische Workloads konfigurierten Db2 gespeichert werden können. Außerdem beschreibt IBM Best Practices zur Performance-Optimierung für hochgeladene Dateien, Datasets und Dashboard-Caching.

Der praktische Effekt ist wichtig: Für viele Dashboard- und Analysefälle muss Cognos nicht jede Abfrage live gegen eine operative Datenbank schicken. Stattdessen können vorbereitete analytische Strukturen genutzt werden. Das entlastet Quellsysteme und verbessert die Antwortzeiten deutlich.

Gerade für Fachanwender zählt am Ende nicht, welche Engine im Hintergrund arbeitet. Entscheidend ist, ob die Analyse sofort reagiert. In gut aufgebauten Cognos-12.x-Umgebungen mit Datasets können Dashboard-Abfragen in der Praxis sehr schnell sein – teilweise im Millisekundenbereich, abhängig von Datenmenge, Modellierung, Infrastruktur und Dashboard-Design.

Damit ist auch dieses alte Vorurteil überholt: Cognos ist nicht mehr nur stark bei klassischen Berichten. Cognos kann auch performante, interaktive Dashboards liefern.

Reporting: Pixel Perfect bleibt ein zentraler Cognos-Vorteil

Bei aller Diskussion über Dashboards darf man einen der größten Cognos-Vorteile nicht vergessen: professionelles Reporting.

Cognos Reporting ist von Grund auf für layoutgenaue Unternehmensberichte gebaut. Das ist besonders wichtig bei:

  • Finanzberichten
  • Monatsberichten
  • Kostenstellenberichten
  • Management Reports
  • mehrseitigen PDF-Berichten
  • komplexen Kreuztabellen
  • großen Listen
  • verschachtelten Layouts
  • Deckblättern
  • Kopf- und Fußzeilen
  • Excel-Ausgaben
  • automatisierter Verteilung
  • Scheduling und Bursting

Power BI kann pixelgenaue Berichte ebenfalls abbilden, aber in der Regel über Paginated Reports beziehungsweise den Power BI Report Builder. Das ist ein zusätzlicher Entwicklungsansatz neben Power BI Desktop.

In Cognos ist professionelles Reporting dagegen eine Kernfunktion der Plattform. Berichte, Prompts, Parameter, Ausgabeformate, geplante Ausführungen und Verteilung gehören zusammen.

Neu ist außerdem, dass Reporting in Cognos interaktiver geworden ist. Funktionen wie Data Brushing bringen moderne Analyseinteraktion direkt in Reports. Anwender können Datenpunkte auswählen und verbundene Informationen in anderen Datencontainern hervorheben.

Cognos verbindet damit zwei Welten: die Präzision klassischer Unternehmensberichte und die Interaktivität moderner Analyseoberflächen.

Datenwürfel und einfache Analysen: Ein unterschätzter Cognos-Vorteil

Viele Unternehmen arbeiten weiterhin mit Datenwürfeln. Und das aus gutem Grund.

Datenwürfel sind besonders stark, wenn fachliche Strukturen bereits vorbereitet sind:

  • Dimensionen
  • Hierarchien
  • Kennzahlen
  • Aggregationen
  • Zeitlogiken
  • Plan/Ist/Vorjahr
  • Drill-down und Drill-up
  • Berechtigungen
  • betriebswirtschaftliche Definitionen

Für Anwender bedeutet das: Sie müssen nicht erst ein Datenmodell bauen oder komplexe Formeln schreiben. Sie können direkt analysieren.

Cognos unterstützt unterschiedliche Analyse- und Modellierungswege:

  • Data Modules
  • Framework Manager Packages
  • DMR-Modelle
  • Transformer PowerCubes
  • Dynamic Cubes beziehungsweise Cube Designer
  • Planning Analytics / TM1
  • Datasets
  • relationale Datenquellen
  • hochgeladene Dateien

Gerade für Controlling, Finance und Management Reporting ist diese Vielfalt ein großer Vorteil. Nicht jeder Analysefall ist ein Dashboard. Oft geht es um hierarchische Analysen, Plan-/Ist-Vergleiche, Kostenstellen, Produktgruppen, Regionen, Szenarien oder Monatsabschlussprozesse.

Data Modules: Moderne zentrale Modellierung statt alter Framework-Manager-Schublade

Ein häufiger Fehler in Power-BI-vs.-Cognos-Vergleichen ist die Annahme, Cognos-Modellierung bedeute automatisch Framework Manager.

Das ist veraltet.

Data Modules sind die moderne webbasierte Modellierungsschicht in Cognos Analytics. Sie ermöglichen unter anderem:

  • Verbindung relationaler Datenquellen
  • Einbindung hochgeladener Dateien
  • Kombination von Excel-Dateien mit Datenbanktabellen
  • Definition von Beziehungen
  • Berechnungen
  • Filter
  • Navigation Paths
  • Zeitlogiken
  • wiederverwendbare semantische Modelle
  • Nutzung in Reports, Dashboards und Explorations

Der wichtige Punkt ist aber nicht nur, dass Anwender schnell Excel-Dateien verbinden können. Der größere strategische Wert liegt in der zentralen Modellierung.

Cognos ist traditionell stark darin, ein zentrales Modell bereitzustellen, das für viele Anwendergruppen sinnvoll nutzbar ist. Kennzahlen, Berechnungen, Hierarchien, Filter und Berechtigungen werden zentral definiert. Über Security auf Datenebene kann gesteuert werden, welche Benutzer welche Daten sehen dürfen.

Das Ergebnis ist eine konsistente Datenlieferung:

  • gleiche Kennzahlen
  • gleiche Berechnungslogik
  • gleiche Datenbasis
  • gleiche Hierarchien
  • zentrale Sicherheit
  • weniger widersprüchliche Excel- und Desktop-Modelle
  • weniger Diskussionen über unterschiedliche Zahlen

Power BI kann zentrale semantische Modelle und Row-Level Security ebenfalls abbilden. In der Praxis wird Power BI aber häufig zunächst dezentral eingeführt: einzelne Fachbereiche erstellen eigene Desktop-Dateien, eigene Measures und eigene Modelle. Dadurch entstehen schnell mehrere Versionen derselben Kennzahl.

Cognos kommt stärker aus der Enterprise-BI-Welt. Genau das ist ein Vorteil, wenn ein Unternehmen eine echte Single Source of Truth aufbauen möchte.

Die entscheidende Frage: Stimmen die Zahlen noch?

Eine der wichtigsten Fragen bei dezentralen Self-Service-Werkzeugen lautet: Stimmen die Zahlen noch?

Wenn Fachbereiche eigene Desktop-Modelle, eigene Measures, eigene Datenextrakte und eigene Berichte erstellen, entsteht schnell eine neue BI-Landschaft neben der offiziellen BI-Landschaft. Das ist am Anfang oft schnell und pragmatisch, kann aber langfristig zu einem Problem werden.

Dann geht es nicht mehr nur um schöne Dashboards. Dann geht es um die Frage, ob Umsatz, Marge, Kosten, Forecast, Auftragseingang, Planabweichungen oder Kundenkennzahlen überall gleich berechnet werden.

Cognos ist traditionell stark darin, zentrale Modelle, zentrale Kennzahlen und zentrale Berechtigungen bereitzustellen. Genau das ist ein Kernargument für Kunden, die eine echte Single Source of Truth brauchen.

Power BI kann zentrale semantische Modelle und Governance ebenfalls unterstützen. Entscheidend ist aber, ob diese Architektur konsequent eingeführt und betrieben wird. Ohne klare Governance entstehen schnell viele parallele Wahrheiten.

Datasets: Performance für schnelle Auswertungen

Datasets sind ein weiterer wichtiger Baustein in Cognos Analytics.

Sie ermöglichen performante, wiederverwendbare Datenstrukturen für Reports, Dashboards, Stories und Explorations. Das ist besonders interessant, wenn große Datenmengen regelmäßig analysiert werden, ohne jede Abfrage live gegen operative Systeme laufen zu lassen.

Für Anwender fühlt sich das einfach an: Die Auswertung reagiert schnell. Für die Architektur ist es ein wichtiger Unterschied: Cognos kann nicht nur live auf Daten zugreifen, sondern auch performante analytische Strukturen bereitstellen.

AI Agents: Cognos wird zum agentischen BI-System

Mit Cognos Analytics 12.1.3 ist AI kein nettes Zusatzthema mehr, sondern ein strategischer Bestandteil der Plattform.

IBM positioniert Cognos Analytics 12.1.3 als „governed BI for the agentic enterprise“. Das ist eine wichtige Formulierung, denn es geht nicht nur darum, dass eine KI ein Diagramm erzeugt. Es geht darum, AI in einer geregelten BI-Schicht zu nutzen – mit genehmigten Daten, definierten Kennzahlen, Zugriffsregeln und Governance.

Die neuen AI-Funktionen können Anwender dabei unterstützen:

  • Fragen in natürlicher Sprache zu stellen
  • passende Daten und Berichte zu finden
  • Berichte zu erstellen
  • Kreuztabellen und Visualisierungen vorzubereiten
  • Inhalte zusammenzufassen
  • bestehende Berichte besser zu verstehen
  • Analysepfade schneller zu finden

Das ist besonders für Fachanwender wichtig. Viele wollen nicht ein Tool bedienen, sondern eine Frage beantworten:

  • Warum liegt die Kostenstelle über Budget?
  • Welche Produktgruppe verursacht den Margenrückgang?
  • Welche Region ist unter Plan?
  • Welche Berichte beantworten diese Frage bereits?
  • Wie haben sich Umsatz und Forecast im Vergleich zum Vorjahr entwickelt?

Der entscheidende Vorteil liegt darin, dass diese AI-Funktionen auf einer governed BI-Plattform aufsetzen. Die KI arbeitet nicht irgendwo auf beliebigen Daten, sondern im Kontext zentraler Modelle, Rollen, Berechtigungen und Unternehmenslogik.

MCP Server: Cognos lässt sich mit anderen KI-Systemen verbinden

Ein besonders spannender neuer Punkt in Cognos Analytics 12.1.3 ist MCP-Unterstützung.

MCP steht für Model Context Protocol. Vereinfacht gesagt können KI-Assistenten und Orchestrierungswerkzeuge über MCP kontrolliert mit externen Systemen interagieren.

Für Cognos bedeutet das: Cognos kann nicht nur selbst AI Agents bereitstellen, sondern auch als gesteuerter BI-Service in größere KI- und Agenten-Workflows eingebunden werden.

Damit wird Cognos anschlussfähig für Szenarien mit:

  • watsonx Orchestrate
  • Claude
  • Microsoft Copilot
  • eigenen Enterprise-KI-Anwendungen
  • internen Agentensystemen
  • Automatisierungsplattformen

Mögliche Szenarien sind:

  • bestehende Berichte finden
  • passende Datenquellen identifizieren
  • Berichte zusammenfassen
  • neue Berichte vorbereiten
  • Metadaten auswerten
  • Benutzer- und Gruppeninformationen prüfen
  • Berechtigungen analysieren
  • administrative Aufgaben vorbereiten
  • Governance-Prüfungen automatisieren
  • Dokumentation von BI-Inhalten erzeugen

Gerade administrative Themen werden dadurch interessant. Über APIs und MCP können Cognos-Funktionen kontrolliert in agentische Workflows eingebunden werden. Änderungen an Benutzern, Gruppen, Berechtigungen oder Inhalten müssen natürlich sauber über Rollen, Freigaben und Protokollierung abgesichert werden. Aber die Richtung ist klar: Cognos wird stärker zu einer KI-fähigen Enterprise-Plattform.

REST API, SDK und Erweiterbarkeit

Cognos Analytics ist nicht nur eine Oberfläche für Berichte und Dashboards. Die Plattform ist programmierbar und integrierbar.

Über REST APIs, JavaScript APIs und SDKs lassen sich Cognos-Inhalte und Plattformfunktionen automatisieren und in andere Anwendungen einbinden.

Typische Einsatzmöglichkeiten sind:

  • Inhalte in Ordnern auslesen
  • Reports, Dashboards und Datenmodule finden
  • Objekteigenschaften ändern
  • Metadaten analysieren
  • eigene Portale anbinden
  • administrative Prozesse automatisieren
  • Governance-Prüfungen unterstützen
  • Dokumentation erzeugen
  • kundenspezifische Erweiterungen bauen

Das ist im Vergleich wichtig. Eine Enterprise-BI-Plattform muss nicht nur gut aussehen. Sie muss automatisierbar, erweiterbar und in Unternehmensprozesse integrierbar sein.

Jupyter Notebooks: Python und R direkt im Cognos-Kontext

Ein weiterer Punkt, der in Vergleichen oft fehlt, ist Jupyter.

Cognos Analytics kann mit Jupyter Notebook Server erweitert werden. Damit können Python und R im Cognos-Kontext genutzt werden.

Das eröffnet viele Möglichkeiten:

  • statistische Analysen
  • Forecasting
  • Simulationen
  • Machine Learning
  • Ausreißeranalysen
  • finanzmathematische Berechnungen
  • Risikomodelle
  • Zeitreihenanalysen
  • Datenanreicherung
  • spezielle Visualisierungen

Gerade im Finanzbereich ist das sehr interessant. Budgetabweichungen, Forecast-Modelle, Margenanalysen, Szenarioanalysen oder statistische Plausibilitätsprüfungen lassen sich mit Python oder R ergänzen und anschließend im BI-Kontext nutzen.

Wenn Power BI vergleichbare Notebook-, Data-Science- und Data-Engineering-Funktionen bieten soll, landet man häufig nicht mehr bei Power BI Desktop allein, sondern bei Microsoft Fabric. Das ist leistungsfähig, aber auch eine andere Komplexitäts- und Kostenklasse.

Planning Analytics / TM1: Cognos als perfekte Analysesuite für Planung

Für viele Finance- und Controlling-Kunden darf Cognos Analytics nicht isoliert betrachtet werden. In der IBM-Welt gehört Planning Analytics / TM1 häufig zur Gesamtarchitektur.

Planning Analytics / TM1 ist stark bei:

  • Planung
  • Budgetierung
  • Forecasting
  • Writeback
  • Szenarien
  • Rules
  • Spreading
  • multidimensionalen Modellen
  • Excel-naher Arbeit mit PAfE

Cognos Analytics ist dazu eine starke Analyse- und Reporting-Suite. TM1- beziehungsweise Planning-Analytics-Daten können als Quelle für Cognos genutzt werden. Damit lassen sich Planungsdaten nicht nur in Planning Analytics Workspace oder Excel analysieren, sondern auch in Cognos-Berichten, Dashboards und Management Reports verwenden.

Das ist besonders stark für:

  • Plan/Ist/Forecast-Auswertungen
  • Finanzberichte
  • Kostenstellenberichte
  • Management Reporting
  • Monatsabschluss
  • Szenarioanalysen
  • Budgetpräsentationen
  • automatisierte Verteilung von Planungsinformationen

Wenn ein Kunde bereits Planning Analytics / TM1 nutzt, ist Cognos Analytics eine naheliegende und sehr starke Analysesuite für diese Daten. Ein Wechsel zu Power BI muss dann nicht nur Dashboards ersetzen, sondern auch die Integration in Planungsmodelle, Würfelstrukturen, Excel-Prozesse, Writeback-Logiken und Reporting-Prozesse neu bewerten.

Microsoft Office Integration: Nicht nur Power BI ist Office-nah

Power BI wird häufig automatisch als stärker im Microsoft-Umfeld wahrgenommen. Für viele Microsoft-365-Szenarien stimmt das auch. Trotzdem sollte man nicht übersehen, dass Cognos und IBM Planning Analytics ebenfalls starke Office-Integrationen bieten.

Mit IBM Cognos for Microsoft Office können Cognos-Inhalte in Excel, PowerPoint und Word genutzt werden. Damit lassen sich Berichtsinhalte, Tabellen, Diagramme und formatierte Report-Bestandteile in vertrauten Office-Anwendungen verwenden und aktualisieren.

Mit Planning Analytics for Excel, kurz PAfE, können Anwender direkt in Excel auf Planning-Analytics-/TM1-Daten zugreifen, Würfel analysieren, Planwerte erfassen und Forecasts bearbeiten.

Gerade im Finance- und Controlling-Umfeld ist das ein starkes Argument. Excel bleibt die vertraute Arbeitsumgebung, aber die Daten kommen aus zentralen, governed Modellen.

Sharing, Microsoft Teams, Cloud und File-System-Ausgaben

Cognos Analytics ist nicht nur stark beim Erstellen von Berichten und Dashboards, sondern auch bei der Verteilung von Inhalten.

In vielen Unternehmen ist genau das entscheidend. BI-Inhalte müssen nicht nur im Portal verfügbar sein, sondern auch in bestehende Arbeits- und Kollaborationsprozesse eingebunden werden.

Cognos Analytics unterstützt das Teilen von Inhalten über Kollaborationsplattformen wie Microsoft Teams oder Slack, sofern diese vom Administrator eingerichtet wurden. Anwender können dadurch Cognos-Report- und Dashboard-Inhalte direkt in bestehende Kommunikationswege bringen.

Zusätzlich kann Cognos Report Outputs innerhalb von Cognos Analytics speichern oder – bei entsprechender Konfiguration – außerhalb von Cognos in File-System-Locations ablegen. Das ist besonders wichtig, wenn Berichte von anderen Anwendungen weiterverarbeitet, auf Netzlaufwerken bereitgestellt oder für Benutzer ohne direkten Cognos-Zugang verfügbar gemacht werden sollen.

Je nach Betriebsmodell und Konfiguration können auch Cloud-Speicher-Szenarien relevant sein, zum Beispiel das Speichern von Report Output in Cloud Object Storage beziehungsweise AWS-S3-kompatiblen Speicherzielen. Damit kann Cognos auch in moderne Cloud- und Integrationsarchitekturen eingebunden werden.

Das ist ein weiterer Unterschied zu einem reinen Dashboard-Vergleich. In produktiven Enterprise-Szenarien geht es nicht nur darum, ob ein Dashboard schön aussieht. Es geht auch darum, wie Ergebnisse sicher, automatisiert, nachvollziehbar und in die bestehenden Arbeitsprozesse verteilt werden.

Mobile App: Zentrale Inhalte auch unterwegs nutzen

Cognos ist nicht nur Browser- oder Desktop-BI. Auch die Mobile App ist ein wichtiger Baustein.

Manager, Fachanwender und Entscheider können Berichte, Dashboards und Benachrichtigungen mobil nutzen. Der Vorteil liegt darin, dass keine separate Schattenlösung entsteht. Mobile Nutzung erfolgt auf Basis zentraler Cognos-Inhalte, Rollen und Berechtigungen.

Custom Visualizations: Fachliche Visualisierung statt generischer Charts

Power BI hat viele Standardvisualisierungen und eine große Community. Das ist ein Vorteil.

Aber Cognos hat hier deutlich aufgeholt. Zusätzlich können eigene Visualisierungen entwickelt und integriert werden. Dadurch lassen sich fachliche Anforderungen oft genauer abbilden als mit generischen Standardcharts.

Beispiele für fachliche Visualisierungen im Cognos-Umfeld sind:

  • hierarchische Tabellen
  • aufklappbare Strukturen
  • Report-to-Dashboard-Szenarien
  • Plan/Ist/Vorjahr-Kacheln
  • KPI-Kacheln mit Kommentaren
  • Abweichungsvisualisierungen
  • IBCS-nahe Darstellungen
  • Detailbereiche mit Linienverlauf über Perioden
  • Kreuztabellen-Details
  • Management-Cockpits

Gerade mit spezialisierten Visualisierungen kann Cognos in Finance-, Controlling- und Management-Szenarien Power BI nicht nur einholen, sondern teilweise überholen.

Entscheidend ist nicht, welches Tool die meisten bunten Charts hat. Entscheidend ist, welche Visualisierung die fachliche Frage am schnellsten, saubersten und verständlichsten beantwortet.

Apparo Fast Edit: Analyse und Datenerfassung verbinden

Ergänzend aus Apparo-Sicht sollte auch Apparo Fast Edit erwähnt werden.

In vielen Projekten wollen Anwender nicht nur Daten analysieren, sondern auch Daten erfassen, korrigieren, kommentieren oder ergänzen.

Typische Beispiele sind:

  • Kommentierung von Abweichungen
  • Pflege von Planwerten
  • Korrektur von Stammdaten
  • Ergänzung von Klassifizierungen
  • Statusinformationen
  • Maßnahmen und Verantwortlichkeiten
  • manuelle Forecast-Anpassungen
  • Erfassung von Erläuterungen im Monatsabschluss

Mit Apparo Fast Edit kann Cognos um einfache Datenerfassungs- und Writeback-Szenarien erweitert werden. Anwender bleiben im Analysekontext und schreiben Daten kontrolliert in eine relationale Datenbank.

Power BI kann solche Szenarien grundsätzlich ebenfalls abbilden, aber meist nicht allein mit Power BI Desktop. Häufig werden zusätzliche Komponenten benötigt, etwa Power Apps, Dataverse, SharePoint, SQL-Backends, Fabric-Komponenten oder Drittanbieter-Lösungen.

Damit wird Cognos in Verbindung mit Apparo Fast Edit nicht nur zur Analyseplattform, sondern auch zur einfachen fachlichen Erfassungs- und Korrekturanwendung.

Lifecycle, Deployment und Versionierung

In großen BI-Landschaften reicht es nicht aus, Berichte und Dashboards zu erstellen. Unternehmen brauchen kontrollierte Prozesse für Entwicklung, Test, Freigabe, Produktion, Versionierung, Rollback und Dokumentation.

Cognos bringt hierfür traditionell starke Enterprise-Funktionen mit, zum Beispiel Deployment-Archive, Import/Export-Mechanismen, getrennte Umgebungen, Content Store, Berechtigungsübernahme und zentrale Administration.

Mit Cognos Analytics 12.1.3 kommt ein moderner Punkt hinzu: Source Control mit GitHub oder GitLab.

Damit können Cognos-Inhalte stärker wie professionelle Software-Artefakte behandelt werden:

  • Reports versionieren
  • Dashboards versionieren
  • Datenmodule versionieren
  • Änderungen nachvollziehen
  • frühere Versionen wiederherstellen
  • Unterschiede analysieren
  • Freigabeprozesse strukturieren
  • BI-Inhalte in DevOps-Prozesse einbinden
  • Qualitätssicherung unterstützen

Optional kann dieser Ansatz durch Apparo Compliant Deployment ergänzt werden. Damit lassen sich Freigabe-, Deployment- und Compliance-Prozesse noch stärker kontrollieren und dokumentieren.

Power BI und Fabric bieten ebenfalls Lifecycle-Funktionen. In vielen Power-BI-Umgebungen muss dieser professionelle Lifecycle aber erst bewusst aufgebaut, lizenziert, administriert und konsequent genutzt werden.

Cognos kommt hier stärker aus der Enterprise-BI-Welt und verbindet diese nun mit modernen Versionsverwaltungs- und DevOps-Ansätzen.

On-Premises, Cloud oder Container: Architekturhoheit bleibt ein Vorteil

Ein wichtiger Unterschied zwischen Cognos Analytics und Power BI liegt im Betriebsmodell.

Cognos Analytics kann weiterhin vollständig On-Premises betrieben werden. Daten, Metadaten, Berichte, Benutzerinformationen und Zugriffslogik können vollständig in der eigenen Infrastruktur bleiben.

Das ist besonders relevant für:

  • Finanzdaten
  • Controllingdaten
  • Personaldaten
  • Gesundheitsdaten
  • Produktionsdaten
  • öffentliche Auftraggeber
  • regulierte Branchen
  • Kunden mit strengen Datenschutz- oder Betriebsratsanforderungen

Power BI ist in seiner modernen Enterprise-Nutzung stark cloudorientiert. Natürlich gibt es Gateways, On-Premises-Datenquellen und Sicherheitsmechanismen. Trotzdem liegt der produktive Power-BI-Betrieb häufig im Power BI Service beziehungsweise im Microsoft-Fabric-Kontext.

Cognos bietet hier mehr Wahlfreiheit:

  • klassische On-Premises-Installation
  • verteilte Serverarchitektur
  • Betrieb im eigenen Rechenzentrum
  • Cloud Hosted
  • Container-Variante
  • Betrieb in Kubernetes-Umgebungen
  • Betrieb in Public Cloud oder eigener Infrastruktur
  • Integration in bestehende Datenbanken, LDAP-/AD-Strukturen und Sicherheitskonzepte

Mit Cognos Analytics Certified Containers lässt sich Cognos deutlich schneller und standardisierter bereitstellen als in klassischen Installationsszenarien. Wenn Kubernetes, Storage, Datenbank, Netzwerk, Zertifikate und Authentifizierung vorbereitet sind, kann die eigentliche Bereitstellung mit vergleichsweise geringem Aufwand erfolgen.

Das ist ein klarer Architekturvorteil für Kunden, die Flexibilität, Datenschutz und Betriebsfreiheit brauchen.

Kosten: Power BI wird oft zu günstig verglichen

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kostenbetrachtung.

In vielen Vergleichen wird Power BI sehr günstig dargestellt, weil häufig nur Power BI Desktop oder eine einfache Pro-Lizenz betrachtet wird.

Das verzerrt den Vergleich.

Power BI Desktop ist für den Einstieg attraktiv. Einzelne Anwender können schnell Daten laden, Modelle bauen und Dashboards erstellen. Für Prototypen ist das ein klarer Vorteil.

In einem Enterprise-Szenario reicht diese Betrachtung aber nicht aus. Sobald Anforderungen hinzukommen wie zentrale semantische Modelle, große Benutzerzahlen, kontrollierte Veröffentlichung, hohe Performance, Governance, AI, Notebooks, Data Engineering, Lakehouse, Copilot, Deployment Pipelines oder Fabric Workloads, muss über Power BI Pro, Premium per User, Fabric Capacities und Microsoft Fabric gesprochen werden.

Dann ist Power BI nicht mehr einfach das günstige Desktop-Werkzeug. Dann wird daraus eine Enterprise-Plattform mit eigener Lizenz-, Capacity- und Betriebskostenlogik.

Der häufige Fehler liegt darin, zwei unterschiedliche Ebenen zu vergleichen: den günstigen Einstieg mit Power BI Desktop oder Pro auf der einen Seite und eine vollständige Cognos-Enterprise-Installation auf der anderen Seite. Das ist kein fairer Vergleich.

Fair ist nur ein Vergleich auf gleicher Ebene: Welche Plattform erfüllt die Anforderungen an produktiven Enterprise-Betrieb, zentrale Modelle, Governance, große Benutzergruppen, Reporting, Verteilung, AI, Notebooks, Deployment, Sicherheit und Betriebskosten?

Ein fairer Vergleich darf daher nicht lauten:

Power BI Desktop ist kostenlos, Cognos ist teuer.

Ein fairer Vergleich muss lauten:

Welche Kosten entstehen für den produktiven Enterprise-Betrieb mit vergleichbaren Anforderungen?

Wechselrisiken: Ein Umstieg ist oft teurer als die Demo vermuten lässt

Ein Toolwechsel von Cognos Analytics zu Power BI klingt in Präsentationen oft einfach: moderne Dashboards, Microsoft-Integration, niedrige Einstiegskosten.

In der Praxis ist ein solcher Wechsel häufig deutlich komplexer.

Gerade bei gewachsenen Cognos-Landschaften geht es nicht darum, ein paar Dashboards neu zu bauen. Häufig müssen ersetzt oder neu konzipiert werden:

  • zentrale Datenmodelle
  • Framework-Manager-Packages
  • Data Modules
  • PowerCubes
  • DMR-Modelle
  • TM1-/Planning-Analytics-Quellen
  • Standardberichte
  • Pixel-Perfect-Reports
  • Monatsberichte
  • Bursting-Strecken
  • Scheduling-Jobs
  • Berechtigungen
  • Row-Level-Security
  • Excel- und PDF-Ausgaben
  • Office-Prozesse
  • Deployment-Prozesse
  • fachliche Kennzahlendefinitionen

Wir haben in der Praxis bereits gesehen, dass Kunden einen Wechsel zu Power BI begonnen haben, dabei hohe Kosten für Migration, Neumodellierung, Schulung, Governance und Nachbau bestehender Berichtsprozesse hatten – und anschließend doch wieder zu Cognos zurückgekehrt sind oder Cognos weiterhin als zentrale Enterprise-BI-Plattform nutzen.

Das ist kein Argument gegen Power BI. Es ist ein Argument für einen vollständigen, ehrlichen Vergleich.

Ein Wechsel sollte nicht auf Basis bunter Marketingfolien oder kurzer Dashboard-Demos entschieden werden. Entscheidend ist, ob alle produktiven Anforderungen abgedeckt werden.

Coexistence statt Entweder-oder

Nicht jeder Vergleich muss auf eine Ablösung hinauslaufen.

In vielen Unternehmen kann eine sinnvolle Rollenverteilung so aussehen:

  • Cognos für Enterprise Reporting, Cubes, zentrale Modelle, Governance, Bursting, AI Agents und professionelle Verteilung
  • Power BI für dezentrale Dashboards und Microsoft-nahe Self-Service-Szenarien
  • Planning Analytics / TM1 für Planung, Forecasting und Writeback
  • Jupyter für Advanced Analytics
  • Office-Integration für Management- und Finanzprozesse
  • Apparo Fast Edit für Datenerfassung und relationale Writeback-Szenarien
  • Apparo Compliant Deployment für kontrollierte Freigabe- und Deployment-Prozesse

Cognos muss also nicht zwangsläufig gegen Power BI ausgespielt werden. Cognos kann der governed Enterprise-BI-Kern bleiben, während Power BI ausgewählte Self-Service-Szenarien ergänzt.

Was Kunden vor einem Wechsel konkret prüfen sollten

Vor einem Wechsel von Cognos Analytics zu Power BI sollten Unternehmen nicht nur Dashboard-Funktionen vergleichen. Entscheidend ist ein vollständiger Blick auf die produktive BI-Landschaft.

  • Welche Cognos-Berichte, Cubes, Packages, Data Modules und Jobs sind heute produktiv im Einsatz?
  • Welche Berichte sind kritisch für Monatsabschluss, Management Reporting, Controlling oder Regulierung?
  • Welche Kennzahlen müssen zentral und einheitlich definiert bleiben?
  • Welche Berechtigungen, Row-Level-Security- und Verteilungslogiken müssen übernommen werden?
  • Welche Anforderungen gibt es an PDF, Excel, Bursting, Scheduling und Archivierung?
  • Welche Rolle spielen Planning Analytics / TM1, PAfE und Office-Prozesse?
  • Welche Anforderungen gibt es an On-Premises-Betrieb, Container, Datenschutz und Cloud-Strategie?
  • Welche Kosten entstehen nicht nur für Lizenzen, sondern auch für Migration, Neumodellierung, Tests, Schulung und Betrieb?
  • Welche Governance verhindert, dass neue Datensilos und unterschiedliche Zahlen entstehen?
  • Welche Roadmap passt besser zur eigenen BI-Strategie: Power BI/Fabric oder Cognos Analytics 12.x/12.2.x?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, ist ein Vergleich belastbar.

Roadmap: Cognos ist noch nicht am Ende der Entwicklung

Ein Blick auf die Roadmap ist ebenfalls wichtig.

Mit Cognos Analytics 12.1.3 sind bereits viele Bereiche modernisiert worden: Agentic AI, MCP, Source Control, Dashboards, Reporting, Data Modules, Container-Betrieb und Administration.

Nach den bisher kommunizierten Roadmap-Signalen geht die Entwicklung weiter. Besonders spannend ist der Bereich Data Modules und OLAP. Für kommende 12.2.x-Versionen wird eine weitere OLAP-Modellierung beziehungsweise stärkere OLAP-orientierte Modellierungsfunktionalität in Data Modules erwartet beziehungsweise angekündigt.

Das wäre ein sehr wichtiger Schritt. Denn damit würden die modernen Data Modules noch stärker in Richtung klassischer multidimensionaler Analysemodelle wachsen. Gerade für Kunden mit Würfel-, Finance- und Controlling-Anforderungen ist das strategisch relevant.

Wichtig ist dabei: Roadmap-Aussagen sind keine produktive Funktion, bis sie veröffentlicht sind. Trotzdem zeigen sie die Richtung. IBM investiert weiter in Cognos Analytics – insbesondere in moderne Modellierung, AI, Governance und Enterprise-Analytics-Szenarien.

Fazit: Cognos Analytics 12.1.3 muss neu bewertet werden

Die alte Einordnung ist zu einfach:

  • Power BI = moderne Dashboards
  • Cognos = altes Enterprise Reporting

Diese Sichtweise wird Cognos Analytics 12.1.3 nicht mehr gerecht.

Cognos Analytics 12.1.3 verbindet heute:

  • moderne Dashboards
  • Dashboard Views
  • Widget Sets
  • Selection Router
  • Data Brushing
  • performante Datasets
  • Pixel Perfect Reporting
  • Data Modules
  • Datenwürfel
  • Planning Analytics / TM1
  • AI Agents
  • MCP
  • Jupyter mit Python und R
  • Office-Integration
  • Microsoft Teams Sharing
  • File-System- und Cloud-Ausgaben
  • Mobile App
  • REST API und SDK
  • GitHub-/GitLab-Source-Control
  • Container-Betrieb
  • On-Premises-Betrieb
  • Governance
  • Security
  • Scheduling und Bursting

Power BI bleibt sehr stark für schnelle, dezentrale Visualisierungen und Self-Service-Dashboards. Aber wenn zentrale Kennzahlen, Datenwürfel, Finanzberichte, konsistente Zahlen, Pixel Perfect Reporting, AI-gestützte Enterprise-BI, Jupyter, Office-Prozesse, Governance, Deployment, Datenschutz und kontrollierter Betrieb wichtig sind, hat Cognos Analytics 12.1.3 sehr starke Argumente.

Zusätzlich zeigen moderne Datasets, optimierte Speicherung, Dashboard-Caching, Microsoft-Teams-Sharing, File-System-Ausgaben und Cloud-Speicheroptionen, dass Cognos Analytics 12.1.3 nicht nur inhaltlich, sondern auch technisch deutlich moderner geworden ist. Alte Vergleiche, die Cognos als langsames Reporting-System gegen ein schnelles Power-BI-Dashboard stellen, greifen deshalb zu kurz.

In bestimmten fachlichen Szenarien – insbesondere Finance, Controlling, Management Reporting und Würfelanalyse – kann Cognos Power BI heute nicht nur einholen, sondern durch die Kombination aus Enterprise Reporting, modernen Dashboards, AI Agents, Data Modules, Cubes, Performance-Architektur und spezialisierten Visualisierungen sogar überholen.

Deshalb sollte ein aktueller Vergleich nicht Power BI Desktop gegen ein altes Cognos-Bild stellen.

Ein fairer Vergleich muss lauten:

Power BI / Fabric gegen Cognos Analytics 12.1.3 als moderne Enterprise-Analytics-Plattform.

Und erst dann sieht man wirklich, welche Plattform für welche Anforderungen die bessere Wahl ist.

Ausgewählte Quellen und weiterführende Informationen

  • IBM Cognos Analytics 12.1.3 – New and changed features: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=121x-release-1213-june-2026
  • IBM Cognos Analytics 12.1.3 – Governed BI for the Agentic Enterprise: //www.ibm.com/de-de/new/announcements/ibm-cognos-analytics-12-1-3-governed-bi-for-the-agentic-enterprise
  • IBM Cognos Analytics – Agentic AI: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=2026-agentic-ai
  • IBM Cognos Analytics – Generating reports from natural-language requests: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=ai-generating-reports-from-natural-language-requests
  • IBM Cognos Analytics – Installing and configuring Agentic AI: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=analytics-installing-configuring-agentic-ai
  • IBM Cognos Analytics – Data Modules: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=modeling-data-modules
  • IBM Cognos Analytics – Data Module Sources: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=sources-data-module
  • IBM Cognos Analytics – Uploaded files: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=access-uploaded-files
  • IBM Cognos Analytics – Data storage options for uploaded files and data sets: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=access-data-storage-options-uploaded-files-data-sets
  • IBM Cognos Analytics – Data upgrade tasks / Parquet and performance: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=analytics-data-upgrade-tasks-cognos
  • IBM Cognos Analytics – Creating data sets: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=ds-creating-data-sets
  • IBM Cognos Analytics – Selection Router for Dashboard Widgets: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=dashboards-selection-router-dashboard-widgets
  • IBM Cognos Analytics – Personalized Dashboard Views: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=dashboards-personalized-dashboard-views
  • IBM Cognos Analytics – Interactive Brushing in Reports: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=conditions-highlight-data-using-interactive-brushing
  • IBM Cognos Analytics – Source Control Integration: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=administration-source-control-integration
  • IBM Cognos Analytics – Managing Source Control: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=managing-source-control
  • IBM Cognos Analytics – APIs Overview: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=apis-overview
  • IBM Cognos Analytics – REST API Overview: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=apis-rest-api
  • IBM Cognos Analytics Certified Containers – Overview: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=containers-overview
  • IBM Cognos Analytics Certified Containers – Installation and deployment: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=installing-deploying-cognos-analytics-certified-containers
  • IBM Cognos Analytics – Sharing content: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=content-sharing
  • IBM Cognos Analytics – Adding a collaboration platform: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=platform-adding-collaboration-in-cognos-analytics
  • IBM Cognos Analytics – Saving report output files outside Cognos software: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=output-saving-report-files-outside-cognos-software
  • IBM Cognos Analytics – Save report output inside Cognos Analytics: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=output-save-report-inside-cognos-analytics
  • IBM Cognos Analytics – Saving output to cloud: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=cloud-saving-output
  • IBM Cognos Analytics – Managing cloud storage: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=managing-cloud-storage
  • IBM Cognos Analytics – Cognos for Microsoft Office: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=components-cognos-microsoft-office
  • IBM Planning Analytics for Excel: //www.ibm.com/products/planning-analytics/excel
  • IBM Planning Analytics for Excel – Documentation: //www.ibm.com/docs/en/planning-analytics/2.1.0?topic=cloud-planning-analytics-microsoft-excel
  • IBM Cognos Analytics – Planning Analytics as a Service data server connection: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=ppucd-creating-planning-analytics-as-service-data-server-connection
  • IBM Planning Analytics – TM1 as a datasource with Cognos Analytics: //www.ibm.com/docs/en/planning-analytics/2.1.0?topic=local-integrating-planning-analytics-cognos-software
  • IBM Cognos Analytics – Mobile: //www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=mobile
  • BARC Review IBM Cognos Analytics: //barc.com/de/review/ibm-cognos-analytics/
  • Microsoft Power BI Report Builder / Paginated Reports: //learn.microsoft.com/en-us/power-bi/paginated-reports/report-builder-power-bi
  • Microsoft Power BI Pricing: //www.microsoft.com/en/power-platform/products/power-bi/pricing
  • Microsoft Fabric Copilot Capacity: //learn.microsoft.com/en-us/fabric/enterprise/fabric-copilot-capacity

Jens Bäumler (Apparo Group)

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