Cognos Analytics 12.1.2 download / Cloud / Neue Funktionen

Obwohl es nur eine “kleine” Version ist, kommt die kürzlich erschienene Version Cognos Analytics 12.1.2 mit einer ganzen Reihe spannender und wichtiger verbesserungen.

Wir hatten schon über die kommenden Beispiele berichtet. Jetzt sind die in da. Cognos wird mit einem modernen und wirklich umfangreichen Beispiel ausgeliefert. Anwender sehen also direkt nach der Installation bzw. Buchung einer Cloud-Umgebung wie Leistungsfähig Cognos geworden ist:

Was einem als erfahrener Cognos-Anwender sofort auffällt. Das neue Beispiel mit dem Namen “Cognos Insight 360 Dashboard” ist vom Objekt kein Dashboard sondern ein Report in Dashboard-Form. Mag unbedeutend klingen, aber ein Anwender der nur über eine Analytics-Viewer-Lizenz (Analytics Viewer) verfügt, kann dieses neue Beispiel nicht ausführen. Aber: Ein großteil der Interaktivität ist durch den neuen Data-Brushing-Modus auch in einer gespeicherten Berichtsansicht nutzbar – und das ist ein Game-Changer den man sich auf jeden Fall anschauen sollte!

Ganz nebenbei wurden neue Symbole für das Ausgabeformat eingeführt (Excel, PDF… ). Das hatten wir bis zur Version 10.2.4 schon und war wirklich hilfreich. Leider wurde das wieder nicht konsequent durchgezogen. Im Team-Inhalt gibt es weiterhin nur ein Symbol für einen Bericht (s.o.) sodass man nicht erkennt in welchem Format ein Bericht angezeigt wird.

Aber nun zur Übersicht: Am 12.03.2026 wurde die Cognos Analytics 12.1.2 zum Download bereitgestellt und auch auf den On-Demand-Cloud Umgebungen eingespielt. Der Download steht wie immer als Windows und Unix Variante zur Verfügung:

Cognos Analytics 12.1.2: Das ist neu im Release vom März 2026

Hinweis: In den nächsten Tagen kommen noch die passenden Screenshots. Hier geht es zur IBM Dokumentation: www.ibm.com/docs/en/cognos-analytics/12.1.x?topic=121x-release-1212-march-2026

Mit Cognos Analytics 12.1.2 liefert IBM eine Reihe funktionaler und administrativer Erweiterungen über mehrere Produktbereiche hinweg. Die Neuerungen betreffen insbesondere den Ereignis Agent, Reporting, Dashboards, Modeling, Administration sowie mehrere zentrale Oberflächen im Produkt. IBM strukturiert das Release offiziell in die Bereiche Multiple components, Dashboards, Reporting, Modeling, Administration, Samples, Installation and configuration sowie Event agent.

Ereignis Agent

Besonders relevant ist in diesem Release der Bereich Ereignis Agent. IBM führt diesen Bereich in den Release-Informationen ausdrücklich als Event agent. Für deutschsprachige Einordnungen ist der Begriff „Ereignis Agent“ fachlich sinnvoll, auch wenn viele ihn aus älteren Cognos-Kontexten noch unter Event Studio kennen. Inhaltlich ist genau dieser Funktionsbereich gemeint.

Die wichtigste Neuerung: Der Ereignis Agent unterstützt in Cognos Analytics 12.1.2 nun Data Modules als Datenquelle für das Erstellen und Ausführen von Agents. Damit erweitert IBM die bisherige Grundlage, die stark durch Framework-Manager-basierte Packages geprägt war, um eine modernere Modellierungsbasis. Unterstützt werden dabei sowohl relationale als auch OLAP-basierte Data Modules. Ausgenommen sind laut IBM jedoch SAP BW und SAP BW/4HANA. Bereits vorhandene Agents auf Basis von Framework Manager Packages bleiben weiterhin kompatibel.

Für viele bestehende Cognos-Umgebungen ist das eine wichtige Weiterentwicklung. Die Funktion schlägt eine Brücke zwischen klassischem Eventing und der inzwischen deutlich stärker etablierten Arbeit mit Data Modules. Gerade in Umgebungen, in denen Framework Manager nicht mehr der einzige Modellierungsansatz ist, erhöht diese Änderung die Zukunftsfähigkeit des Ereignis-Agenten deutlich. Die Neuerung ist deshalb nicht nur technisch interessant, sondern auch strategisch relevant.

Reporting

Im Bereich Reporting enthält Cognos Analytics 12.1.2 mehrere sichtbare funktionale Erweiterungen. IBM nennt in der offiziellen Übersicht unter anderem Agentic AI in Cognos Analytics on Premises, Dynamic highlighting of repeater table cells, Improved AND highlighting in reports, Interactive toolbar on VIDA visualizations, Support for OLAP data sources in interactive brushing sowie den neuen Web-Style Copy mode.

Agentic AI jetzt auch für On-Premises

IBM beschreibt für 12.1.2, dass Agentic AI nun auch in Cognos Analytics on Premises installiert und verwendet werden kann. Genannt werden dabei zwei Betriebsmodelle: entweder gemeinsam mit Cognos Analytics auf derselben Maschine oder als separater Agentic-AI-Service bei einer bereits vorhandenen Cognos-Installation, wahlweise im selben System unter anderem Verzeichnis oder auf einer anderen Maschine. Damit öffnet IBM diese Funktion nun auch für Kunden, die keine Cloud-Variante einsetzen.

Web-Style Copy Mode für HTML-Reports

Eine besonders praxisnahe Verbesserung ist der neue Web-Style Copy mode für HTML-ausgeführte Reports. Dieser Modus kann über einen neuen View mode selector in der Reporting-Toolbar aktiviert werden. Anders als der bisherige Interactive View erlaubt der neue Modus das Kopieren von Inhalten aus beliebigen Datencontainern. Laut IBM lassen sich dabei nicht nur Werte, sondern auch Hyperlinks und Bilder übernehmen. Das Kopieren erfolgt per Ctrl+C oder über ein eingeblendetes Copy-Icon. Zusätzlich kann der View mode selector per Feature Customization für Rollen und Gruppen ein- oder ausgeblendet werden.

Dynamische Hervorhebung in Repeater Tables verbessert

IBM überarbeitet in 12.1.2 außerdem die dynamische Hervorhebung in Repeater Tables. Trefferzellen, die einer Parameterbedingung entsprechen, werden nun mit einer vollflächigen Hintergrundfarbe markiert und nicht mehr nur mit einem Rahmen. Dadurch wird die visuelle Erkennbarkeit verbessert und das Verhalten stärker an andere interaktive Berichtselemente angenähert.

Interaktive Toolbar für VIDA-Visualisierungen

Für VIDA-Visualisierungen führt IBM eine neue interaktive Toolbar ein. Sie wird über Properties > General > Control header aktiviert und ist standardmäßig deaktiviert. In der Visualisierung erscheint dann eine Toolbar mit Filter-Icon. Darüber lassen sich Filterdetails einsehen, darunter On-demand-Filter und Interactive Brushing. Die dargestellten Filter sind allerdings nur lesbar und können dort nicht direkt bearbeitet oder entfernt werden.

Interactive Brushing jetzt auch mit OLAP-Datenquellen

Eine wichtige technische Erweiterung betrifft das Interactive Brushing, das nun auch OLAP-Datenquellen unterstützt. IBM führt dafür die Eigenschaften Property To Pass und Property To Match ein. Standardmäßig verwenden beide Member Caption (MC); bei neuen Parametern wird in der Auswahlliste automatisch Member Unique Name (MUN) gewählt. Unterstützt werden unter anderem MUN, HUN, DUN, LUN und memberCaption. Nicht unterstützt werden aufgrund fehlender OLAP-Metadaten zur Laufzeit jedoch VIDA-Visualisierungen, Data Tables und client-seitige Controls. Dort bleibt das Verhalten caption-basiert.

Dashboards

Auch im Bereich Dashboards erweitert IBM die Möglichkeiten in Cognos Analytics 12.1.2. In der offiziellen Übersicht nennt IBM insbesondere ein erhöhtes Limit für Widget-Verbindungen, eine neue Responsive-layout-Eigenschaft und die Möglichkeit, lokale Filter neu anzuordnen.

Erhöhtes Limit für Widget-Verbindungen

IBM erhöht in Dashboards das Limit für Widget-Gruppen bzw. Widget-Verbindungen deutlich: Statt bisher 20 sind nun bis zu 200 Gruppen möglich. Das erweitert den Spielraum für komplexere Dashboard-Interaktionen erheblich, insbesondere in umfangreicheren Szenarien mit vielen abgestimmten Visualisierungen.

Responsive Layout Property

Für neue responsive Dashboards nennt IBM einen zusätzlichen Abschnitt Responsive layout in den Eigenschaften. Damit wird die responsive Gestaltung im Dashboard-Kontext weiter formalisiert und sichtbarer im Autorenprozess verankert.

Lokale Filter lassen sich frei neu anordnen

Lokale Filter in Dashboards können nun frei neu angeordnet werden. Bisher war ihre Reihenfolge an die Einfüge-Reihenfolge gebunden. Mit 12.1.2 lassen sich Filter im Bereich Local filters per Drag-and-drop umsortieren oder direkt aus dem Sources-Menü an beliebiger Stelle einfügen. IBM betont dabei ausdrücklich, dass sich nur die Reihenfolge der Anzeige und Bedienung ändert, nicht jedoch die Query-Ergebnisse oder die Ausführung. Auch Consumer sehen die Filter in der vom Autor festgelegten Reihenfolge.

Modeling

Im Bereich Modeling liefert IBM in 12.1.2 mehrere Verbesserungen, die vor allem auf Stabilität, Datenqualität, SQL-Verhalten und Integrationsfähigkeit zielen. Dazu gehören unter anderem neue Optionen für Aggregationskontrolle, die Harmonisierung von Identifier-Formaten, ein Metadata Snapshot sowie die Unterstützung des Databricks JDBC Driver (OSS).

Enforce SQL Operator für bessere Aggregation

IBM führt die neue Eigenschaft Enforce SQL Operator ein. Sie soll helfen, Duplicate Rows und Double Counting nach der Aggregation zu vermeiden. Die Eigenschaft steht im Zusammenhang mit den Column-Dependency-Einstellungen Minimum, Maximum und Group by und kann auf Automatic, False oder True gesetzt werden. Bei True wird der Operator im generierten SQL explizit erzwungen.

Identifier-Formate zwischen Cognos und Datenbank harmonisieren

Mit dem Parameter ibmcognos.identifier.format auf der Data-Server-Verbindung lässt sich nun das Format der durch Cognos erzeugten SQL-Identifier steuern. IBM positioniert diese Neuerung als Maßnahme gegen SQL-Ablehnungen durch Datenbanken, wenn das Identifier-Format nicht zur Zielplattform passt. Laut IBM gilt diese Funktion ausschließlich für den Dynamic Query Mode.

Metadata Snapshot für Data Modules

Neu ist außerdem ein Metadata Snapshot, also ein lokal im Data Module gespeicherter Cache der Datenbank-Metadaten. IBM nennt dafür mehrere Vorteile: bessere Performance durch weniger wiederholte Metadatenabfragen, robusteres Arbeiten bei Metadaten- oder Verfügbarkeitsproblemen sowie die Möglichkeit für Administratoren, Metadaten auf Data Servern zu entladen oder zu löschen. Die Funktion gilt nur für Data Modules auf Basis von Data-Server-Verbindungen; für das Erstellen, Aktualisieren und Entfernen sind Administratorrechte erforderlich.

Unterstützung des Databricks JDBC Driver (OSS)

IBM unterstützt in 12.1.2 den Databricks JDBC Driver (OSS). Als minimal unterstützte Version nennt IBM 3.0.1. Gleichzeitig weist IBM auf einen wichtigen technischen Punkt hin: OSS- und SIMBA-Treiber verwenden denselben Driver-Class-Namen. Deshalb sollte im Verzeichnis <cognos-location>\drivers ausschließlich der OSS-Treiber liegen, wenn dieser verwendet wird, um Konflikte oder unerwartetes Verhalten zu vermeiden.

Administration

Im Bereich Administration enthält Cognos Analytics 12.1.2 sowohl funktionale als auch infrastrukturelle Änderungen. Ein Teil davon betrifft Berechtigungen und Konfigurationen, ein anderer Teil die Anbindung an externe analytische Komponenten.

SMTP-Konfiguration durch Directory Administrators

Directory Administrators erhalten nun standardmäßig die neue Capability Setup SMTP on Cloud. Damit können sie SMTP-Mailserver konfigurieren. IBM beschreibt außerdem, dass diese Capability unter Manage > People > Capabilities auch an andere Benutzer vergeben werden kann, selbst wenn diese keine Administratoren sind. Trotz des Namens ist die Capability laut IBM nicht nur für Cognos Analytics on Cloud relevant, sondern auch in anderen Cognos-Analytics-Angeboten verfügbar.

Echtzeit-Anbindung an IBM SPSS Modeler

IBM beschreibt außerdem eine Real-time Cognos Analytics – SPSS Modeler connectivity. Cognos Analytics kann nun als Datenquelle mit IBM SPSS Modeler verbunden werden. Dadurch lassen sich Predictive-Analytics-Berechnungen auf Query-Daten in SPSS Modeler in Echtzeit ausführen und die Ergebnisse direkt an Reports zurückgeben. Technisch erfolgt die Anbindung laut IBM über einen integrierten SPSS-JDBC-Treiber.

Supported Software Environments

Für die unterstützten Software-Umgebungen verweist IBM in 12.1.2 auf die jeweils aktuelle Supported Software Environments-Seite. Dort werden die freigegebenen Kombinationen aus unterstützter Software, Datenquellen und Mindestanforderungen gepflegt. Für Upgrade- und Plattformplanungen bleibt diese Seite damit weiterhin die maßgebliche Referenz.

Multiple Components

Unter Multiple Components fasst IBM in 12.1.2 mehrere Änderungen zusammen, die produktübergreifend wirken oder zentrale Bedienoberflächen betreffen. Dazu zählen neue Optionen in der EXTRACT-Funktion sowie überarbeitete Oberflächen für Capabilities und Content Administration.

Neue Optionen in der EXTRACT-Funktion

Für die Funktion EXTRACT erweitert IBM den Parameter datepart um die neuen Werte CENTURY, DECADE, ISOYEAR, JULIAN und WEEK54. IBM beschreibt ISOYEAR als ISO-8601-basiertes Jahr, JULIAN als Tageswert von 1 bis 366 und WEEK54 als gregorianische Wochenzählung von 1 bis 54, bei der die Woche am Sonntag beginnt. Damit wird die Funktion in zeitbezogenen Berechnungen flexibler.

Überarbeitete Capabilities-Oberfläche

Die Seite für Capabilities wurde überarbeitet. Die Liste erscheint nicht mehr in einem Seitenpanel, sondern auf einer eigenständigen Seite in tabellarischer Form. IBM nennt dabei die Spalten Name, Description und Modified Time, aufklappbare Zeilen für Subcapabilities sowie Aktionen wie Properties, Customize Access und Details. Ergänzt wird die Oberfläche durch Suche und Sortierung.

Überarbeitete Content-Administration-Seite

Auch die Content Administration erhält eine neue Oberfläche. Sie ersetzt die bisherige Ansicht in der Admin-Konsole und ist als Full-Screen-Seite unter Manage > Content verfügbar. Die Deployment-Spezifikationen werden tabellarisch mit den Spalten Name, Modified Time und Tenant dargestellt. IBM nennt außerdem Suche, Pagination, Mehrfachauswahl und Bulk-Aktionen. Pro Zeile stehen Aktionen wie Run as, View run history, New job, Properties, Details, Copy or move to und Delete zur Verfügung.

Entfernte und abgekündigte Funktionen

Neben den funktionalen Neuerungen enthält Cognos Analytics 12.1.2 auch Änderungen mit Blick auf den Produktlebenszyklus. IBM entfernt die 32-bit-Version von Cognos for Microsoft Office; sie wird ab 12.1.2 nicht mehr angeboten und nicht mehr unterstützt.

Als deprecated markiert IBM ab 12.1.2 außerdem den IBM Cognos Series 7 namespace, die Integration mit IBM FileNet, die Integration mit IBM Content Manager 8 sowie IBM Cognos Easy Installation. IBM weist darauf hin, dass diese Funktionen in einer zukünftigen Version entfernt werden sollen. Zusätzlich ist auch IBM Planning Analytics for Microsoft Excel, soweit es Framework Manager unterstützt, ab 12.1.2 als deprecated gekennzeichnet.

Fazit

Cognos Analytics 12.1.2 ist kein rein kosmetisches Wartungsrelease, sondern ein in mehreren Bereichen spürbares Funktionsupdate. Besonders hervorzuheben ist die Öffnung des Ereignis Agent für Data Modules, weil sie einen lange relevanten klassischen Bereich stärker an die moderne Modellierungsrealität von Cognos anbindet. Daneben verbessern zahlreiche Detailfunktionen den Arbeitsalltag in Reporting, Dashboards, Modeling und Administration. Gleichzeitig setzt IBM den Abbau älterer Technologien und Integrationen konsequent fort, was das Release auch aus Architektur- und Upgrade-Sicht relevant macht.

Jens Bäumler (Apparo Group)

Ähnliche Themen

WP Twitter Auto Publish Powered By : XYZScripts.com