IBM Cognos Analytics 12: Rückblick auf die Highlights und Praxistipps zu Data Modules aus 2024 und heute

Ich habe gerade meine Tipps und Tricks von einem Vortrag auf der TechXchange in Barcelona 2024 gefunden, die ich hier mit euch teilen möchte. Viele der gezeigten Funktionen und Ansätze sind immer noch aktuell und können gerade bei Data Modules in IBM Cognos Analytics sehr hilfreich sein.

Januar 2024, Barcelona
Session 1564 – Highlights in Cognos Analytics 12.0.x / Fokus auf Data Modules

Im Mittelpunkt des Vortrags standen vor allem die Weiterentwicklungen rund um Data Modules in IBM Cognos Analytics 12.0.x. Gerade im Selfservice-Umfeld sind diese Funktionen interessant, weil sie Modellierung, Wiederverwendung und Testbarkeit deutlich verbessern.

Neueste Änderungen in CA 12.0.2

Aktualisierung: Wir sind mittlerweile bei CA 12.1.2

Highlights in Data Modules:

  • Navigationspfade (einfache Erstellung von Drill-up- und Drill-down-Pfaden)
  • (Bearbeitbare) Tabellensichten, Aliase, Shortcuts, Union, Join usw.
  • Join-Optimierung für Tabellenverknüpfungen zwischen unterschiedlichen Datenquellen
  • Integration von Excel-Uploads und Data Sets
  • Integration von Kalendern für relative Zeiten (aktuelles Jahr, Vorjahr, aktueller Monat, Vormonat usw.)
  • Quelle für Row-Level-Security
  • Interne IDs für alle Objekte (kein „English Zimbabwe“ mehr)
  • Direktes Testen im Bericht oder Dashboard (ohne Veröffentlichung)
  • Möglichkeit zur effektiven Zusammenarbeit durch die Integration mehrerer Data Modules (z. B. Conformed Dimensions)
  • Wiederverwendung von Data Modules in einem neuen Kontext
  • Attributdarstellungen wie Geo-Informationen und Zeitinformationen zur automatischen Auswahl der passenden Visualisierung oder für Forecast-Funktionen
  • Vorsortierung von Membern (Sortierung je Spalte), z. B. Monatsreihenfolge wie Januar, Februar, März, April usw.
  • Einfache und schnelle Sortierung von Attributen innerhalb des Data Modules
  • Mehrsprachige Optionen (basierend auf hochgeladener Excel-Datei oder Datenbanktabelle)
  • Dynamischer Wechsel der Datenquelle über Cognos-Makros (Data Server, Schema, Catalog)

Man sieht gut, wie stark IBM die Data Modules in Richtung flexibler Selfservice-Modellierung weiterentwickelt hat. Besonders spannend finde ich dabei die Kombination aus Wiederverwendbarkeit, dynamischen Datenquellen und der Möglichkeit, Modelle schneller direkt im fachlichen Kontext zu testen.

Was in CA 12.0.2 noch fehlt:

  • Mehrsprachigkeit für Objekte gilt nur für Reporting, nicht für Dashboards
    (update 2026: funktioniert mittlerweile)
  • Stored Procedures
    (update 2026: kommt im Sommer mit der Version 12.1.3)
  • Parameter Maps (es gibt Workarounds)
    (update 2026: gerade die Makrofunktion QUERY-VALUE ist hier viel flexibler)
  • „Echte“ DMR-Funktionalität
    (update 2026: die fehlt immer noch – aber wir hoffen auf eine der kommenden Versionen)
  • mehr lesen

Neben den vielen Verbesserungen gab es natürlich auch Punkte, die damals noch offen waren. Gerade wenn man aus dem klassischen Framework-Manager- oder DMR-Umfeld kommt, sieht man hier schnell, wo Data Modules stark sind – und wo es weiterhin Grenzen gibt.

——–

Makro für dynamische Datenquellen

Ein besonders praktischer Ansatz aus dem Vortrag war die Nutzung von Makros für dynamische Datenquellen. Damit lassen sich Data-Server-, Schema- oder Catalog-Wechsel deutlich flexibler gestalten.

# let mobj = getMetadataObject ( 'MYDATASERVER' ) ; substr( mobj.expression ,14  )   #

Dimensionale Funktionen in Data Modules

Interessant war auch der Blick auf dimensionale Funktionen innerhalb von Data Modules. Offiziell ist hier nicht alles unterstützt, aber in der Praxis kann man mit etwas Experimentierfreude durchaus spannende Lösungen bauen.

Makro für das aktuelle Jahr (CY):

//validate: 'custom calculation'
 [C].[C_Dimensional_Functions].[Sales_Data].[Year_]-># sb( timestampMask ( $current_timestamp , 'yyyy' ) ) #

Makro für das Vorjahr (PY):

//validate: 1
 prevMember( [C].[C_Dimensional_Functions].[Sales_Data].[Year_]-># sb( timestampMask ( $current_timestamp , 'yyyy' ) ) # )

Nicht alle dimensionalen Funktionen sind möglich, und es gibt dafür auch keine offizielle Unterstützung. Trotzdem lohnt sich das Ausprobieren – zum Beispiel für die besten 2 Produktlinien.

(auch in Cognos Reports mit relationalen Daten möglich)

Makro für dynamischen Member-Zugriff (current_year):

Beispiel für Conformed Dimensions

Ein weiterer spannender Punkt war das Zusammenspiel unterschiedlicher Datenquellen. In Data Modules können Datenquellen verschiedener Typen kombiniert werden. So lassen sich zum Beispiel Conformed Dimensions als Data Sets speichern und anschließend in einem neuen Data Module mit einer Tabelle aus einer relationalen Datenbank verknüpfen.

Wichtig ist dabei, dass die Join-Optimierung bei der Tabellenverknüpfung aktiviert ist. Genau das macht in solchen Szenarien oft den Unterschied zwischen einem sauberen und einem unnötig schweren Zugriff auf Faktendaten.

Auf diese Weise werden aus der Faktentabelle nur die Daten gelesen, die für den Bericht tatsächlich benötigt werden:

Trick: Beispiel zur Nutzung von Kalenderfunktionen / Lookup-Referenzen für besondere Kennzahlen

Zum Schluss noch ein Beispiel für den Einsatz von Kalenderfunktionen bzw. Lookup-Referenzen bei speziellen Kennzahlen. Gerade solche kleinen Tricks sind oft die Punkte, die man aus einem Vortrag mitnimmt und später im Projektalltag sehr gut gebrauchen kann.

Auch wenn der Vortrag aus 2024 stammt, sind viele der gezeigten Ideen für Data Modules, dynamische Datenquellen und wiederverwendbare Modellierungsansätze nach wie vor sehr nützlich. Gerade bei Selfservice-Szenarien lohnt es sich, diese Funktionen noch einmal gezielt anzuschauen.

Hat sich denn noch was bei den Datenmodulen in der Zeit getan? Aber ja – hier noch ein paar Punkte:

Ergänzung: Was sich bei Data Modules von 12.0.4 bis 12.1.2 verbessert hat

Wenn man die Weiterentwicklung der Data Modules von IBM Cognos Analytics ab Version 12.0.4 bis 12.1.2 betrachtet, sieht man vor allem drei Richtungen: bessere Modellierungsfunktionen, mehr Flexibilität bei Verknüpfungen und Datenquellen sowie eine stärkere Einbindung in andere Komponenten der Plattform.

Cognos Analytics 12.0.4

Mit 12.0.4 wurden die Data Modules vor allem in der Modellierung spürbar verbessert. Neu sind automatische Beziehungen zwischen Tabellen aus unterschiedlichen Datenquellen, das direkte Starten eines Dashboards aus der Data-Module-Oberfläche, die Bearbeitung bestehender Union-, Except- und Intersect-Tabellen sowie die Anzeige geerbter Beziehungen aus Quell-Data-Modules als gepunktete Linien im Relationship-Diagramm.

Zusätzlich wurde das Arbeiten rund um Datenquellen vereinfacht: Das Erstellen von Data-Server-Verbindungen ist leichter erreichbar, und Metadaten beziehungsweise Assets können bereits direkt im Verbindungsassistenten geladen werden. Gerade für Data Modules ist das praktisch, weil die Modellierung damit schneller an der Quelle startet.

Cognos Analytics 12.1.0

In 12.1.0 gab es weniger sichtbare Data-Module-Funktionen im engeren Sinn, aber wichtige Grundlagenverbesserungen. IBM nennt hier unter anderem die Unterstützung für den Amazon-Athena-JDBC-3.x-Treiber, was die Anbindung relevanter Datenquellen modernisiert. Für das klassische Modellierungsumfeld wurden außerdem Framework Manager und Cube Designer mit standardmäßig aktiviertem WebView2 modernisiert.

Für Data Modules selbst ist 12.1.0 damit eher ein technisches Fundament-Release als ein großer Funktionssprung. Es verbessert die Anschlussfähigkeit und modernisiert die Umgebung, in der modelliert wird.

Cognos Analytics 12.1.1

12.1.1 ist für Data Modules besonders interessant, weil IBM hier Custom Join Expressions eingeführt hat. Bisher waren Verknüpfungen im Wesentlichen auf einfache Gleichheitsbedingungen beschränkt. Jetzt sind komplexere Join-Bedingungen mit AND/OR, Vergleichsoperatoren, Klammerungen und sogar berechneten Feldern möglich. Damit nähern sich die Modellierungsmöglichkeiten deutlich stärker dem an, was man aus dem Framework Manager kennt.

Zusätzlich wurden die Funktionen LAG, LEAD und EXTRACT erweitert. IBM nennt ausdrücklich, dass sich solche Ausdrücke nun auch in Data Modules verwenden lassen. Ebenfalls neu ist ein DQM-Governor für Multi-Fact-Non-Shared-Dimensions-Szenarien, um problematische Stitch Queries gezielt zu unterdrücken, wenn sie Performance-Probleme verursachen.

Cognos Analytics 12.1.2

In 12.1.2 liegt der wichtigste Data-Module-bezogene Fortschritt in der Einbindung von Event Studio: Data Modules werden jetzt als gültige Datenquellen für Agenten unterstützt. Damit lassen sich Event-Agenten auf Basis von Data Modules bauen, ohne zwingend auf Framework-Manager-Packages angewiesen zu sein.

Darüber hinaus wurden die EXTRACT-Optionen noch einmal erweitert. Das ist nicht ausschließlich eine Data-Module-Funktion, kann aber für Berechnungen in Data Modules sehr nützlich sein, wenn Datumslogik stärker modellnah aufgebaut werden soll.

Und was ist mit 12.1.3?

Für die kommende Version 12.1.3 konnte ich in den derzeit öffentlich verfügbaren IBM-Quellen noch keine belastbare, konkrete Liste mit Neuerungen für Data Modules finden. Stand jetzt ist 12.1.2 der letzte öffentlich sauber dokumentierte Release-Stand. Sobald IBM dazu offizielle Release Notes veröffentlicht, lohnt sich ein gezielter Nachtrag. Aber aus internen Quellen hören wir, dass die Unterstützung von Stored Procedures kommt und wir hoffen auf eine baldige Möglichkeit zur DMR Modellierung.

Kurzfazit

Die Entwicklung zeigt klar, dass IBM die Data Modules Schritt für Schritt näher an professionelle Modellierungsanforderungen heranführt. Besonders stark sind aus meiner Sicht die automatischen Beziehungen in 12.0.4, die erweiterten Join-Ausdrücke in 12.1.1 und die Unterstützung von Data Modules in Event Studio ab 12.1.2.

Jens Bäumler (Apparo Group)

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